Donnerstag, 21. Juli 2016

[Rezension] "Streichle mich, dann wiehere ich! von Susann Niessen und "Drücke mich, dann hupe ich!" von Stefanie Vogt und Andrea Hebrock

Bildquelle: Oetinger
Wenn ein neues Mitglied eine Familie bereichert sind erst einmal alle aus dem Häuschen und oft werden die frischgebackenen Eltern mit Geschenken für das Kind überhäuft. Bei diesen unzähligen, von Herzen kommenden Geschenken muss man meist erst einmal vorsortieren und schauen, welche das Kind überhaupt benutzen kann. Bei Büchern ist das einfach. Doch bevor man ein Buch verschenkt oder selbst für sein Kind kauft, lohnt es sich es im Geschäft erst einmal selbst zu testen.

Mein Sohn hat zahlreiche Bilderbücher geschenkt bekommen, mit denen uns in den nächsten Jahren wohl nie der Buchstoff ausgeht. Jedoch trennt sich bei diesen Büchern auch klar die Spreu vom Weizen und es gibt einige unter ihnen, die ich nicht weiterempfehlen würde. Zwei Bücher aus einer Reihe gehören deutlich zu denen, für die man lieber kein Geld ausgibt: „Streichle mich, dann wiehere ich!“ von Susann Niessen und „Drücke mich, dann hupe ich!“ von Stefanie Vogt und Andrea Hebrock. Dabei sehen sie auf den ersten Blick sehr vielversprechend aus.

Bildquelle: Oetinger
Beide Pappbilderbücher haben sich für Kleinkinder sehr interessanten Themen gewidmet: In „Streichle mich, dann wiehere ich“ entdecken die Kinder Tiere, die man sonst in einem Streichelzoo erleben kann - wie Pferde, Ziegen oder Meerschweinchen. Und in „Drücke mich, dann hupe ich!“ geht es um Fahrzeuge wie einer Eisenbahn, einem Auto oder einem Fahrrad.

Bei beiden Büchern handelt es sich um Sound- und Fühlbücher aus dem Oetinger Verlag. Diese Pappbilderbücher bestehen jeweils aus fünf Doppelseiten, die mit fröhlichen Illustrationen, heiteren Reimen, einem Fühl- und einem Soundelement versehen wurden. Drückt man auf ein Fühlelement, ertönt ein zur Illustration passendes Geräusch.                                                                                                     
Da es sich um sehr große Bilder handelt, sind diese Bücher gerade für die Kleinsten äußerst interessant. Dem entgegen gesetzt ist die übertriebene Lautstärke der verschiedenen Geräusche, die selbst mein Gehör etwas strapaziert und den einen oder anderen tränenreichen Schreck bei meinem Sohn verursacht haben. Hinzukommt, dass entgegen der Beschreibung des Verlags, viele Geräusche sehr unnatürlich klingen.                                                                                         
Der größte Makel an diesen Büchern ist jedoch ein anderer. Denn wenn ein Kind erst einmal alle Illustrationen für sich entdeckt hat und Spaß mit den Soundelementen haben möchte, muss ein Erwachsener nachhelfen, weil diese Elemente sich nur schwer aktivieren lassen. Und wurden diese Felder ein paar Mal gedrückt, hat es sich ausgewiehert und ausgehupt. Zurück bleiben dann nur noch die Bilder, die Fühlelemente und ein frustriertes und weinendes Kind.

Das Grundkonzept und die Ideen zu „Streichle mich, dann wiehere ich!“ von Susann Niessen und „Drücke mich, dann hupe ich!“ von Stefanie Vogt und Andrea Hebrock sind gut durchdacht. An der Umsetzung hapert es. So fallen diese Bilderbücher sehr schnell durch ihre erschwerte Handhabung, zu lauten und unnatürlichen Geräuschen und einer im Verhältnis zum Preis verminderten Qualität auf.







Streichle mich, dann wiehere ich! von Susann Niessen 
Pappbilderbuch: 12 Seiten 
Verlag: Oetinger
Erscheinungsdatum: 1. August 2013 
ISBN: 978-3789171574 
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 1 - 3 Jahre


Drücke mich, dann hupe ich! von Stefanie Vogt und Andrea Hebrock 
Gebundene Ausgabe: 12 Seiten 
Verlag: Oetinger 
Erscheinungsdatum: 21. Juli 2014  
ISBN: 978-3789172618 
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 1 - 3 Jahre

Kommentare:

Tintenhain hat gesagt…

Ich mag diese Geräuschebücher ohnehin nicht besonders. Ich gehe mit meiner Tochter auch in die Bücherei oder bringe etwas mit. Das ist dann unser Test. Nicht alles, was mir gefällt, mag auch sie und umgekehrt. Manche Bücher kaufen wir dann, so wie gestern "Die kleine Raupe Nimmersatt". Gegen geschenkte Bücher kann man allerdings nicht viel machen. 😀

LG
Mona

Kathrineverdeen hat gesagt…

Es gibt auch richtig schöne Soundbücher, aber diese Exemplare sind glatt durchgefallen.
Wenn ich für meinen Grobmotoriker Bücher ausleihen würde, müsste ich sie wohl desöfteren ersetzen. Deswegen kaufe ich sie gleich oder wir lassen uns gerne Bücher schenken.
LG

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