Mittwoch, 27. Juli 2016

[Rezension] "Eine Woche voller Montage" von Jessica Brody

Bildquelle: Magellan
Es gibt Tage, an denen wirklich alles schief geht. Erst neulich bin ich mit dem linken Bein aufgestanden und mein Tag geriet in die schiefe Bahn. Alles, aber auch alles, was ich in die Finger bekam, ging kaputt oder funktionierte nicht, ständig stieß ich mir den Kopf und kam zu spät zur Arbeit, weil plötzlich 40 Kühe mein Auto blockierten. Danach wünschte ich mir, dass dieser Tag einfach nur ganz schnell vorbeigeht, um ihn für immer aus meinem Gedächtnis zu löschen. Und am liebsten hätte ich mich für den Rest des Tages bei allen abgemeldet und wäre einfach für die restlichen Stunden im Bett mit einem guten Buch geblieben. Die passende Lektüre habe ich genau an diesem schrecklichen Tag zur Hand gehabt: „Eine Woche voller Montage“ von Jessica Brody. Denn die literarische Hauptfigur Ellie durchlebt in dieser Geschichte einen schrecklich verkorksten Montag, der ein dramatisches Ende nimmt: Ihr Freund Tristan macht mit ihr Schluss.

Wenn man so einen ähnlich schrecklichen Tag wie Ellie erlebt hat, kann man sehr gut verstehen, warum sie sich nach dieser Katastrophe wünscht, den Tag noch einmal von Neuem zu beginnen. Die Zeit zurückdrehen, um alles richtig zu machen. Manche Wünsche gehen in Erfüllung und so erlebt Ellie ihren größten Albtraum jeden Tag aufs Neue.

Meiner Meinung passieren viele Dinge nicht ohne einen Grund und ich würde fast behaupten, dass es sogar manchmal gut ist, denn oft geht man gestärkter aus diesen Ereignissen hervor, als einem bewusst ist. Ellie braucht etwas länger, um gewisse Dinge für sich klarer zu sehen und genau das macht diese Geschichte äußerst interessant. 
Die literarische Hauptfigur wirkt anfangs wie ein sehr oberflächlicher Teenager und ist, während sie uns von dem schrecklichsten Tag ihres bisherigen Lebens erzählt, vor allem auf sich selbst bezogen. Sie durchlebt viele Phasen, die man absolut nachvollziehen kann und hadert mit ihrem Schicksal, quält sich mit Gedanken wie: Hätte ich dieses nicht getan, wäre jenes nicht passiert. Dabei - als müsste sie die gesamte Last der Welt auf ihren Schultern tragen - bemerkt sie nicht, welche Dinge um sie herum geschehen. Doch mit jedem neu erlebten Montag fallen ihr mehrere Details und Ereignisse auf, die ihr vorher entgangen sind. Diese Momente habe ich sehr genießen können, weil sie mir gezeigt haben, wer die Person Ellie wirklich ist und worauf es im Leben ankommt.

Zu Beginn der Geschichte hatte ich ein wenig Schwierigkeiten mit dieser Geschichte, denn Brody ließ ihrer Protagonistin viel Raum, um über ihren entsetzlichen Tag zu berichten. Jede noch so belanglose Situation wurde sehr bildhaft, aufs dramatische erzählt und ausgeschmückt. Aus diesem Grunde fand ich lange keinen Draht zu Ellie, weil sie oberflächlich, ich-bezogen und manchmal etwas aufgesetzt wirkte. Was sich im Laufe der Handlung jedoch durch viele interessante, tiefsinnige und humorvolle Ereignisse änderte. 
Die Person Ellie wird an jedem Tag mit Dingen konfrontiert, denen sie vorher keine Beachtung geschenkt hat und für Themen sensibilisiert, die sie vieles klarer sehen lassen. All diese Begebenheiten führen Ellie in ihrer eigenen Entwicklung voran und lassen sie erkennen, wer sie selbst eigentlich ist. Auf dem von Brody beschrieben Weg zum eigenen Ich habe ich Ellie fortan gerne begleitet. Und nachdem ich „Eine Woche voller Montage“ beendet hatte, passte für mich einfach alles zusammen.

Eine Woche voller Montage“ von Jessica Brody ist eine charmante und humorvolle Geschichte, die ihren Lesern viele schöne Lesestunden bereitet und sie für die wirklich wichtigen Dinge im Leben sensibilisiert.



Eine Woche voller Montage von Jessica Brody 
Gebundene Ausgabe: 448 Seiten 
Verlag: Magellan 
Erscheinungsdatum: 25. Juli 2016 
ISBN: 978-3734850226 
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 - 16 Jahre


Kommentare:

Anja Druckbuchstaben hat gesagt…

Hallöchen =)

Eine Idee a la "Täglich grüßt das Murmeltier" ist ja nicht wirklich neu, aber ich mag solche Geschichten grundsätzlich sehr gerne.
Ich weiß bloß grad nicht, ob ich wirklich die Geduld habe, mir jede auch noch so belanglose Situation des Tages schildern zu lassen. Das klingt anstrengend =).

LG
Anja

Kathrineverdeen hat gesagt…

Ich finde eine Idee muss nicht neu sein, um zu überzeugen oder zu unterhalten. Man muss halt etwas daraus machen.

Ja, den ersten Tag fand ich auch etwas anstrengend. Die darauffolgenden Tage sind allerdings anders gestaltet und nicht so ausführlich und langatmig.

LG
Katrin

SaRa hat gesagt…

Huhu :D

Ich habe das Buch hier auch schon liegen und bin gespannt wann ich dazu komme.
Eine schöne Rezension hast du verfasst.

Grüße
Sara von Saras etwas andere Bücherwelt

Kathrineverdeen hat gesagt…

Danke! Ich wünsche dir viel Spaß beim Lesen!

LG

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