Samstag, 20. Februar 2016

"Der Marsianer" von Andy Weir

Bildquelle: Random House Audio
Manchmal finde ich den Gedanken, auf einer einsamen Insel zu stranden, sehr verlockend. Ich könnte dort einfach mal meine Gedanken sortieren und ihnen nachhängen, mich ausruhen und einfach gar nichts tun. Wahrscheinlich wäre ich dann schon nach wenigen Tagen (oder Stunden) zu Tode gelangweilt und würde mir ein Boot zu meiner Rettung aus der Einsamkeit herbeiwünschen. Mark Watney, der Held aus meinem letzten Hörbuch, würde sich über diese Gedanken höchst wahrscheinlich totlachen und sie als „Luxus-Problemchen“ deklarieren. Denn Mark hat wirklich viel Zeit um seine Gedanken zu sortieren, wahrscheinlich den Rest seines Lebens. Er geriet bei einer Expedition zum Mars versehentlich in einen Sandsturm und wurde dabei verletzt. Als er erwacht ist allein und auf dem besten Weg, der erste Mensch zu sein, der auf dem Mars sterben wird.

Ich möchte nicht all zu viel von der Handlung preisgeben, damit jeder diese aufregende Geschichte ganz unvoreingenommen auf sich wirken lassen kann. Nur so viel: Watney ist kein Mensch, der einfach aufgibt! Er nimmt den Zuhörer bereits nach wenigen Passagen völlig für sich ein. Wo andere Situationen völlig eskalieren würden, bleibt Watney völlig klar und beginnt seinen spektakulären Überlebenskampf, der nicht nur ihm alles abverlangt - auch denen, die ihn bei diesem Kampf begleiten. Aber eines scheint Watney dabei nie abhandenzukommen: sein rabenschwarzer Humor.

Das Geschehen in „Der Marsianer“ wird abwechselnd von Watney - durch seine Logbucheinträge - und von einigen literarischen Figuren auf der Erde und im Weltraum geschildert. Sehr gefallen hat mir die starke Erzählweise von Mark Watney. Auch wenn es manchmal äußerst technisch oder chemisch wurde, erklärte er mir jede seiner brillianten Ideen so, dass ich sie, auch ohne jegliches Hintergrundwissen zum Thema Raumfahrt, nachvollziehen konnte. Und nicht nur das: Seine Ideen und sein Überlebenswillen waren für mich außerordentlich faszinierend und unterhaltsam.

Dass die Geschichte in der Zukunft spielt, bemerkt man kaum. Übertriebene SciFi-Elemente wurden weggelassen. Einzig die Tatsache, dass schon mehrere Expeditionen zum Mars stattfanden, weißt darauf hin. Somit bleibt die Handlung durchweg realistisch und absolut nachvollziehbar. 

Andy Weir hat mit einem flüssigen Schreibstil eine außergewöhnliche Geschichte erschaffen, die im positiven Sinne an meinen Nerven gezerrt hat. Der Autor hat ein spannendes, zugleich erschreckendes Szenario beschrieben. Stetig treibt Weir die Handlung mit spannenden und überraschenden Ereignissen voran und gönnt seiner literarischen Hauptfigur und auch denen, die ihn begleiten, keine Atempausen.
In dem Hörbuch „Der Marsianer“ von Andy Weir kommt keine Langeweile auf und das ist neben dem Autor auch dem Sprecher Richard Barenberg zu verdanken. Denn dieser verleiht allen literarischen Figuren etwas ganz Unverwechselbares. 

In  Zukunft werde ich, wenn ich Sehnsucht nach einer einsamen Insel verspüre, mich an die Geschichte von Mark Watney erinnern um dann mit meinem gutsortierten Chaos vorlieb nehmen.




Der Marsianer von Andy Weir 
Originaltitel: The Martian
Übersetzt von: Jürgen Langowski
2 MP3 CD´s (gekürzte Version 10,5 h)
Verlag: Random House Audio
Erscheinungsdatum: 14. September 2015 
ISBN: 978-3837131550

Kommentare:

Isana Nadeya hat gesagt…

Hi!

Ich finde das Buch auch großartig! Habe es auch letztes Jahr zum drittbesten Buch, auf meinem Blog, des Jahres erklärt. - Freut mich , dass es dir auch so gut gefällt; -)

LG
Isana

Kathrineverdeen hat gesagt…

Es ist wirklich eine besondere Geschichte mit einem besonderen Helden.

LG

Tina K. hat gesagt…

Hallo,

okay, schon überzeugt. Es muss also gelesen werden (Bzw. vorher bei mir einziehen).
Es klingt wirklich gut neugierig darauf bin ich schon lange, nun wurde ich auch gänzlich davon überzeugt, es lesen zu wollen.
Danke für die schöne Rezension!

Alles Liebe,
Tiana

Kathrineverdeen hat gesagt…

Dann wünsche ich dir jetzt schon viel Spaß mit Mark Watney :-)

LG

Angi hat gesagt…

Als Hörbuch hab ich es ja tatsächlich abgebrochen, weil es mich nervte. Aber die vielen guten Meinungen sorgen vielleicht irgendwann dafür, dass ich das Buch (das ich auch noch im Regal stehen hab) mal zur Hand nehme. :)

Kathrineverdeen hat gesagt…

Schade, woran lag es denn? An dem Sprecher oder der Handlung?

LG

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