Montag, 2. Juli 2012

"Aschträume" von Maurizio Temporin

Thara hat in ihrem kurzen Leben schon Einiges über sich ergehen lassen müssen, denn sie leidet unter einer „Schlafkrankheit“, die es ihr sehr schwer macht, ein normales Leben zu führen. Nur bei Sonnenauf- und Sonnenuntergang fühlt Thara sich richtig wohl. Auch wegen ihrer violetten Augenfarbe erntet sie immer wieder neugierige Blicke.
Nach einer langen (und unfruchtbaren) Odyssee von Arztbesuchen hat Thara sich mit der Krankheit mit Hilfe von einem hohen Koffeinkonsum und einer Sonnenbrille arrangiert. Sie möchte ein ganz normales Leben führen.
Als sie eines Tages an einer Schwertlilie riecht und ohnmächtig wird, erwacht sie anschließend in einer völlig fremden Welt. In einer Aschewelt, in der alles wieder aufersteht, was in der wirklichen verloren schien. In dieser Welt lernt sie Nate kennen, einen sehr interessanten Jungen, der sich leider an nichts aus seiner Vergangenheit erinnern kann. Sie verliebt sich in Nate, doch bei jeder seiner Berührungen zerfällt ein Stückchen von ihr zu Asche…


Am Anfang der Geschichte wird man langsam an diese ungewöhnliche Welt herangeführt. Was, aufgrund ihrer Komplexität durchaus sinnvoll ist. In dieser Aschewelt erscheint all das wieder, was in der wirklichen Welt jemals verbrannte: Häuser, Bücher, ja sogar ganze Parks. Hier tummeln sich, neben Tharas großer Liebe, auch gefährliche Aschemonster, die den beiden Liebenden das Leben dort sehr erschweren und dem Lesenden eine Gänsehaut bescheren.        
                                             
Maurizio Temporin fällt nicht durch einen herausragenden Schreibstil auf, eher durch seinen Ideenreichtum. Wer gerne Fantasy im Jugenbuchgenre liest, wird oft mit Büchern konfrontiert, bei denen man das Gefühl hat, deren Handlung schon tausend Mal gelesen zu haben.
Nicht so in „Ascheträume“.
Ich war von dieser Parallelwelt fasziniert, obwohl sie sehr grau und düster gestaltet wurde. Originell fand ich auch, die von dem Autor eingebrachten Zeichnungen und Hieroglyphen. Sie rundeten die ganze Geschichte ab und gestalteten sie noch interessanter.
 
Maurizio Temporin bringt seine Geschichte ohne große Ausschweifungen aufs Blatt. Einige mögen es abgehackt nennen, doch mir hat es sehr gefallen. Die Hauptcharaktere, Thara und Nate, wurden von ihm sehr detailverliebt gestaltet. Dafür blieben meiner Meinung nach die Figuren neben ihnen ein wenig blass.
Die gesammte Gestaltung ist für meinen Geschmack sehr gelungen und unterstreicht den Inhalt der Geschichte.
„Ascheträume“ ist für mich der gelungener Auftakt einer von Maurizio Temporin geplanten Trilogie. Was mich jedoch mal wieder stört, ist die lange Wartezeit, für man viel Geduld erbringen muss, bis die Fortsetzungen erscheinen.
Ich würde sehr gerne den Grund für diesen neumodischen Trend der Trilogien erfahren.
 

Ascheträume von Maurizio Temporin
Gebundene Ausgabe: 400 Seiten 
Verlag: ivi
Erscheinungsdatum: 12. März 2012 
ISBN: 978-3492702447

Kommentare:

xoxoJade hat gesagt…

hilfreiche Rezi, nachdem mir die Vorgeschichte nur bedingt gefallen hat, wollte ich es eig weniger lesen, aber durch deien Rezension überleg ichs mir nochmal ^^

Jenny hat gesagt…

Schöne Rezi! Hab das Buch auch schon auf meiner Wunschliste, aber bisher immer andere Bücher gefunden, die ich erst mal vorgezogen habe. Vielleicht sollte ich es mir jetzt doch endlich mal kaufen ^^

Liebe Grüße,
Jenny

Liss hat gesagt…

Ich bin ganz deiner Meinung. So eine wundervolle neue Welt. *__* War auch ganz verzaubert. Schöne Rezi. :)

LG. :)

Hannah hat gesagt…

Das hört sich wirklich interessant an ^^
Bisher habe ich noch nichts davon gehört, aber ich glaube ich muss es mir wirklich mal näher ansehen :)
schöne Rezi ^^

LG Hannah

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