Sonntag, 30. April 2017

[Rezension] "Sakura. Die Vollkommenen" von Kim Kestner

"Sakura. Die Vollkommenen" von Kim Kestner, Jugendbuch
Bildquelle: Arena Verlag
Die Jugenddystopie „Sakura. Die Vollkommenen“ durfte ich innerhalb einer Leserunde auf lovelybooks kennenlernen und war positiv überrascht, weil hier einiges radikaler und ungeschönter umgesetzt wurde, als dies in anderen Büchern des Genres der Fall ist. Autorin Kim Kestner hat eine düstere, schmutzige und in vielerlei Hinsicht kranke Welt erschaffen, die mich von der ersten Seite an fesseln konnte. Ein echter Lesemagnet war für mich vor allem Protagonistin Juri mit ihrer unverfälschten, autonomen Art. Kim Kestner folgt nicht dem weitverbreiteten Klischee des schüchternen, gutaussehenden Mädchens, das plötzlich über sich hinauswächst und nebenbei das Herz des arroganten Bad Boys gewinnt, sondern hat Mut zur Unperfektion und verleiht einer unterhaltsamen Handlung damit jede Menge Authentizität.

Das Setting ist klaustrophisch und anfangs geheimnisvoll, da man die Hintergründe als Leser nicht sofort begreift, sondern diese erst nach und nach entschlüsselt. Juri lebt in einem riesigen Bunker, in der untersten einer Reihe von Ebenen, in der Menschen unter ärmlichsten Bedingungen um ihr Überleben kämpfen. Eines Tages ergibt sich für Juri die Chance, endlich in das oberste Stockwerk zu gelangen. Der Kaiser - angeblich direkter Nachfahre der Göttin Amaterasu - möchte den Stärksten und Klügsten Einlass in sein Reich gewähren. Juri gelingt es, sich mit einer List unter die Auserwählten zu mogeln, unwissend, dass die Besten in einem knallharten Test erst noch herausgesiebt werden sollen.

Freitag, 28. April 2017

[Bericht] #verlagebesuchen oder Ein Königskind im siebten Himmel

Wörter auf Papier sind meine große Leidenschaft und Anders als bei dem Rest meiner Familie, hat sich mein Leseverhalten zu einer Art Kleiner Wahn entwickelt. Ein Glück für immer ist es dann, wenn man einen Verlag gefunden hat, bei dem man sich sicher sein kann, dass dort viele großartige Geschichten erscheinen. Die wirkliche Wahrheit sieht für uns Leser meist anders aus. Dennoch habe ich einen Verlag entdeckt, bei dem Die Anarchie der Buchstaben noch kein Durcheinander angerichtet hat und bei dem fast jede verlegte Geschichte ein Lesehighlight für mich war: der Königskinder Verlag. Und wenn man dann, Dank einer großartigen Aktion zum Welttag des Buches, diesen Verlag besuchen darf ist das alles andere als Salz für die Seele.

Donnerstag, 27. April 2017

[Rezension] "Emma, der Faun und das vergessene Buch" von Mechthild Gläser

Emma, der Faun und das vergessene Buch von Mechthild Gläser, Jugendbuch
Bildquelle: Loewe
Während Emma und ihre Freundinnen eine verwaiste Bibliothek in dem altehrwürdigen Internat Schloss Stolzenburg entrümpeln, entdeckt Emma in einem Geheimfach ein seltsames, verstaubtes Buch, von dem sie annimmt, es handele sich um eine Art Chronik der Schule. Weit gefehlt! Als Emma selbst einige Zeilen hineinschreibt, stellt sie zu ihrem Erstaunen fest, dass alles, was einmal in dem Buch steht, wahr wird … jedenfalls so ungefähr, denn das Ding ist etwas unheimlich und folgt seinen eigenen, unberechenbaren Gesetzen. Trotzdem experimentiert Emma damit herum und nutzt es auch, um den arroganten Darcy de Winter, ein Ex-Schüler, der für einige Wochen das Internat besucht, zu einem kleinen Eingeständnis zu bewegen.

Von „Emma, der Faun und das vergessene Buch“ war ich anfangs - ehrlicherweise - enttäuscht. Die Geschichte beginnt zwar beschwingt mit viel heimeligem Internatsflair und der geheimnisvollen Entdeckung des magischen Buches, doch danach dauerte es etliche Kapitel, ja fast ein Drittel des Buches, bis für mein Empfinden wirklich Spannung aufkam. Mechthild Gläser bannt mit viel Detailliebe Internatsalltag auf die Seiten und setzt ihr Augenmerk auf die Einführung der wichtigsten Figuren. Diese Beschreibungen sind gekonnt formuliert und haben viel Charme, zumal die Autorin eine kleine Liebesgeschichte einbaut, die an Jane Austens „Stolz und Vorurteil“ angelehnt ist. Doch für diesen sehr gemütlichen Einstieg war ich möglicherweise einfach zu ungeduldig, vielleicht auch zu weit von der anvisierten Zielgruppe entfernt, die dem nachgezeichneten Schulleben womöglich mehr abgewinnen kann.

Dienstag, 25. April 2017

[Blogparade] Ich bin ein Königskind - Auslosung



Vor über einem Monat zogen zahlreiche Krönchen weit hinaus ins Reich, um viele Buchmenschen zu krönen. Nicht etwa wegen der adligen Linie, der sie entsprungen sind. Nein, ihre Vorliebe für königliche Geschichten machte sie zu Königskindern. Diese Geschichten wohnten, bevor sie in die Welt hinausgetragen wurden, in einem Schloss in Hamburg ... Ja, entschuldigt bitte. Madame Everdeen kommt wieder vom Weg ab und gibt sich einer buchstäblichen Tändelei hin ... Das liegt an der Uhrzeit.

[Rezension] "Guides - Die erste Stunde" von Robison Wells

Guides - Die erste Stunde von Robison Wells
Bildquelle: HarperCollins
„Guides - Die erste Stunde“ von Robison Wells ist - kurz gesagt - ein Fun-Read, eine unterhaltsame, spannende Geschichte für trübe Regennachmittage oder einen Sonnentag auf einer Decke im Park (sofern die Temperaturen  irgendwann nochmal über 10 Grad steigen). Das Buch wäre eine prima Vorlage für einen Hollywoodfilm. Man müsste nichts verändern, sondern könnte es 1:1 als Drehbuch übernehmen. Und das meine ich nicht negativ, sondern als Lob. Ich hatte einige Stunden lang viel Spaß mit den Guides und habe vor allem teuflisch lange herumgeknobelt, was es mit dem Rätsel um die Aliens auf sich hat … bin aber trotzdem nicht auf die Lösung gekommen. Der Autor hat mich gekonnt in die Irre geführt und einige Male überrascht.

Worum geht’s?
Um ein riesenhaftes Raumschiff, das mitten in Minnesota auf die Erde gestürzt ist und dabei zehntausende Menschen unter sich begraben hat. Niemand weiß, was sich in dem gigantischen UFO befindet, denn auch nach Tagen hat sich kein Ausstieg geöffnet und sich kein einziger Außerirdischer gezeigt. Möglicherweise ist das auch gut so, denn dass die Aliens nach diesem tragischen Crash wirklich Gutes im Sinn haben, wird von vielen bezweifelt. Auch von der 17-jährigen Alice, die von ihrem Vater, der für die NASA arbeitet und die Absturzstelle erkundet, auf ein Internat ganz in der Nähe der Katastrophe geschickt wird und damit eine beängstigende Nähe zu den Ereignissen hat.