Dienstag, 24. Januar 2017

[Rezension] "Young Elites - Die Gemeinschaft der Dolche" von Marie Lu

Young Elites - Die Gemeinschaft der Dolche von Marie Lu, Jugendbuch
Bildquelle: Loewe
„Morgen früh werde ich sterben.“

Ich liebe Bücher, die mit dem ersten Satz einschlagen, wie eine Bombe! In vielen Geschichten, hätte ich eben so einen Satz erwartet, aber nicht von Marie Lu. Ihre „Legend“ - Reihe hat mich nicht vollends begeistern und überzeugen können, wie – scheinbar -  den Rest der Leserwelt. Neugierig war ich trotzdem auf ihr neuestes Werk „Young Elites – Die Gemeinschaft der Dolche“ und rückblickend bin ich sehr froh, dass mich der angepriesene Vergleich: „X-Men meets Die rote Königin“, mich nicht abschrecken konnte, denn ich kann weder mit „X-Men“ etwas anfangen, noch mit „Die rote Königin“. Aber nach diesem ersten Satz wusste ich, dass es mir mit dieser Geschichte anders ergehen wird, als mit „Legend“.

Marie Lu hat, für ihr neuestes Werk, ein historisch angehauchtes Setting mit gewaltigen Kulissen, die an das Venedig der Renaissance erinnern, erschaffen. Und die Thematik bietet viel Potenzial, um eine gesamte Buchreihe damit zu füllen, ohne den Leser mit überflüssigen Folgebänden zu quälen:

Nachdem ein schreckliches und mysteriöses Blutfieber das Land überfiel und seine Bewohner fest im Würgegriff hielt, starben viele Menschen. Die, die nicht an den Folgen des Fiebers starben, waren gezeichnet und verstoßen von den Gesunden für den Rest ihres Lebens. Genau wie Adelina, die durch diese Krankheit ein Auge einbüßte und deren wunderschöne schwarze Haare sich über Nacht silbern färbten. Auch wenn das Blutfieber ihr eine hoffnungsvolle und strahlende Zukunft verbaute, verlieh sie ihr auch übernatürliche Kräfte. Schon bald erfährt Adelina, dass sie nicht die Einzige ist, denn es wird immer wieder von Begabten gesprochen, die mit ihren unerklärlichen Kräften imstande sind, den verhassten König zu stürzen.

Samstag, 21. Januar 2017

[Rezension] "Die Stille vor dem Tod" von Cody McFadyen

Die Stille vor dem Tod - Cody McFadyen
Bildquelle: Bastei Lübbe
Es gibt Krimi-Autoren, an deren Geschichten sich die Geister scheiden. Eher zartbesaitete Fans der englischen Whodunnit-Plots können mit Hardcore-Thrillern oft nichts anfangen. Dass weder Elisabeth George noch Joe Landsdale hohe Literatur aufs Papier bringen, muss gar nicht erst diskutiert werden; entsprechend gering sind die literarischen Ansprüche der Fangemeinden. Vor allem möchte man hier unterhalten – und in diesem Fall gegruselt – werden, was bei den einen durch Teestunden und englische Landschaftsbeschreibungen und bei den anderen über detaillierte Tatortbegehungen und blutige Morde erreicht wird. Allen sei es gegönnt!

Ich gehöre zu der Sorte Krimiliebhabern, die sowohl das eine als auch das andere unterhaltsam finden. Ermittelnde Lords im englischen Gartenbeet, Sterneköche auf Mördersuche, italienische Kulinaristik mit Mordvarietee oder hannibalesker Psychopathenhorror – all das fällt unter meine literarischen „guilty pleasures“.

Donnerstag, 19. Januar 2017

[Rezension] "Pip und Posy: Ein schöner Wintertag" von Axel Scheffler

Pip und Posy: Ein schöner Wintertag von Axel Scheffler
Bildquelle: Carlsen
In den letzten Wintern ist Schnee hierzulande leider zu einer Seltenheit geworden, was ich besonders jetzt sehr schade finde. Denn mein kleiner Sohn durfte ihn bis jetzt noch nicht richtig bewusst erleben. Er weiß also nicht, wie viel Spaß eine Schneeballschlacht oder das Rodeln macht. In den letzten Tagen fiel dann etwas von dem lang ersehnten Schnee, aber genießen durften wir ihn leider trotzdem nicht. Mein Kind lag mit hohem Fieber und Husten flach und konnte die weiße Pracht nur durch das Fenster bestaunen. Zum Glück hatte ich auch für diese Situationen vorgesorgt und viele Bilderbücher mit einem winterlichen Thema beschafft, um den Winter – trotz Fieber und Husten -, in all seiner Pracht mit meinem Sohn zu zelebrieren. Zusammen, mit einer kuscheligen Decke und dem Buch „Ein schöner Wintertag“ von dem preisgekrönten Illustrator Axel Scheffler, ging es dann auf die gemütliche Couch und lernten die zwei Freunde Pip und Posy kennen und begleiteten sie durch ihren verschneiten Tag:

Dienstag, 17. Januar 2017

[Rezension] "Das tote Mädchen" von Steven James

Buch: Das tote Mädchen von Steven James
Bildquelle: cbt
„Ein fesselnder Thriller mit einem Schuss Mystery, hochspannend und voller überraschender Wendungen“. Das verspricht die Inhaltsangabe und damit löste „Das tote Mädchen“ von Steven James innere Freudenschreie bei mir aus – Mystery, whaa! Thriller, yay!
Allerdings ist die Geschichte etwas anders, als erwartet. Der Klappentext hatte bei mir die schöne Vorstellung bewirkt, dass der Geist eines toten Mädchens einen Jungen bittet, den Mord an ihr aufzuklären. Und naja, so ganz falsch ist das nicht. Liest man den Text aber genau, steht da wortwörtlich, der 16-jährige Daniel habe „eine Vision von ihr, wie sie ihn um Hilfe bittet“. Und eine Vision ist nicht gleich Geist. Oder doch? Ich bleibe mal vage und verrate nur, dass der Schuss Mystery in diesem Buch wirklich nur ein Schuss ist und die Sache mit den Geistern nicht so eindeutig, wie ich es angenommen hatte.

Das tote Mädchen“ ist vor allem ein Thriller. Die 14-jährige Emily Jackson ist angeblich beim Baden ertrunken und ihr Mitschüler Daniel Byers hat Zweifel, ob es sich dabei wirklich um einen Unfall handelt. Er beginnt auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen und stößt auf die eine oder andere Ungereimtheit.

Samstag, 14. Januar 2017

[Rezension] "Nie mehr zurück" von Vivian Vande Velde

Nie mehr zurück - Vivian Vande Velde
Bildquelle: Piper/ivi
Die Zeit war knapp, das Buch ist dünn. „Nie mehr zurück“ von Vivian Vande Velde schien mir der perfekte Lückenfüller für die wenigen Stunden zu sein, die mir der hektische Alltag im Moment übrig lässt. Der Plan ist allerdings nach hinten losgegangen. Statt häppchenweise und dosiert hier und da ein paar Seiten zwischen Arbeit und Freizeitstress zu lesen, habe ich die Story am Stück in mich aufgesogen. Das Buch hat meine Zeit damit weiter verknappt, aber definitiv nicht verschwendet! „Nie mehr zurück“ ist für mich ein echter Überraschungshit. Die Geschichte bietet auf nur  208 Seiten ein Maximum an Spannung und bereichert das Thema Zeitreise um eine erfrischende, neue Nuance!

Man nehme ein 15-jähriges Mädchen, statte es mit der Fähigkeit aus, 23 Minuten in der Zeit zurückspringen zu können und stecke diese Heldin dann mitten in einen Banküberfall, bei dem alles aus dem Ruder läuft und am Ende nicht nur Blut fließt, sondern dicke Gehirnbrocken umherfliegen! Vivian Vande Velde stellt auf den ersten Seiten klar, dass ihre Story nichts für die ganz junge Leserschaft ist, und schafft es geschickt, Ängste und Sorgen auf uns Leser zu übertragen. Es ist ernst. Es geht um Menschenleben. Deutlicher geht es nicht. Passend dazu schreibt Vivian Vande Velde in einem Tempo, als ginge es auch für sie um Leben und Tod. Alles ist schnell, kurz, präzise und dennoch eindrücklich.