Mittwoch, 28. September 2016

[Rezension] "AMANI - Rebellin des Sandes" von Alwyn Hamilton

Bildquelle: cbt
Dustwalk ist ein kleines Kaff mitten in der Wüste und hat außer Sand, einer Fabrik und ein paar Spelunken nichts zu bieten. Kein Wunder, dass die 16-jährige Amani nur eines will – raus aus Dustwalk, so schnell wie möglich. Zumal Amani Wind davon bekommen hat, dass ihr tyrannischer Onkel sie zu seiner Frau machen will – nein, falsch! - zu einer seiner vielen Frauen.
Bei einem Schießwettbewerb will Amani das nötige Geld für ihre Flucht gewinnen, findet aber in dem geheimnisvollen Jin einen ernsthaften Gegner. Dann bricht ein Tumult aus, Soldaten durchforsten den Ort nach Rebellen und in dem ganzen Tohuwabohu kann sich Amani gemeinsam mit Jin aus dem Staub machen. Sie gelangt an Orte, die sie nur vom Hörensagen kannte und trifft auf magische Wesen, die alten Legenden entstiegen zu sein scheinen … schließlich findet sie sich mitten in einer politischen Revolution wieder und muss sich entscheiden, ob sie weiter für sich selbst kämpfen will oder sich einer politischen Bewegung anschließt.

Bevor ich begonnen habe das Buch zu lesen, musste ich erst einmal minutenlang das wunderschöne Cover streicheln, für das irgendein Genie eine handvoll Glitzersand über warmen Naturtönen ausgeschüttet hat - eine schöne Einstimmung auf einige großartige Schauplätze. Die größte Stärke der Autorin ist nämlich ihr Talent, Sinneseindrücke und Orte vor dem inneren Auge lebendig werden zu lassen. Man kann den Sand knirschen hören und die Hitze spüren. Großes Kino!
Allerdings hatte ich mit dem Buch dann doch so meine Probleme.

Dienstag, 27. September 2016

[Rezension] "Die Schatten von London 2 - In Memoriam" von Maureen Johnson


Hallo liebe Kürbisgeister, da bin ich wieder - wie versprochen - und bringe euch schaurigschönes Lesefutter. Heute geht es um die triple-Gs: Gauner, Geister, Gewohnheitstiere. Die beiden ersten Bereiche werden durch Maureen Johnsons zweiten Band - "In Memoriam" - der Reihe "Die Schatten von London" abgedeckt und der letzte Punkt geht auf meine Befindlichkeit zurück. Aber von vorn:

Samstag, 24. September 2016

[Rezension] "Under Water" von Matt de la Peña

Bildquelle: dtv
Ein Tsunami, ein Schiff in Seenot, ein Haufen hungriger Haie und eine geheimnisvolle Insel! Matt de la Peñas Jugendbuch „Under Water“ verspricht jede Menge Action und Spannung und hat im Grunde alles, was ein echter Pageturner braucht. Es gibt eine intelligente – gar nicht mal so abwegige - Grundidee, ein klaustrophobisches Setting, eine sympathische Hauptfigur und etliche lebensbedrohliche Situationen. Trotzdem wird diese Rezension der Versuch zu erklären, warum diese hochdramatische Geschichte bei mir nur ein paar einzelne Funken statt eines emotionalen Feuerwerkes verursachte.

Damit hatte ich vor allem nach der Auftaktszene nicht gerechnet, in der mein Blutdruck locker auf 200 schnellte:                                 
Shy, ein junger Amerikaner mit mexikanischen Wurzeln arbeitet während des Sommers auf einem Kreuzfahrtschiff, wo ihn eines Tages ein Mann anspricht und sich kryptisch für seine Feigheit entschuldigt. Kurz darauf sieht Shy, wie der Mann über die Reling klettert, um ins Meer zu springen. In letzter Sekunde kann Shy den Mann am Ärmel packen, schafft es aber nicht ihn wieder an Bord zu ziehen. Der Mann stürzt ab und stirbt.

Donnerstag, 22. September 2016

[Rezension] "Mein kleines Fühl-Wörterbuch: In der Kita"

Bildquelle: arsEdition
Als Mutter muss man lernen, loszulassen. Dieser Abnabelungsprozess beginnt schon nach der Geburt und mit jeder Entwicklungsphase, die ein Kind durchläuft, heißt es wieder: ein Stück weit loslassen. Vor einigen Wochen stand meiner Familie eine sehr große Veränderung ins Haus, die viel Freude, aber auch große Sorgen mit sich brachte: Mein Sohn wurde flügge und hatte ein großes Verlangen nach sozialen Kontakten. Mama war, obwohl sie sonst immer die Beste ist, irgendwie langweilig, und andere Kinder viel interessanter geworden. Auch die zahlreichen Besuche von Freunden und Spielplätzen reichten ihm nicht mehr aus. So beschlossen wir Eltern, unserem Sohn eine kleine, schöne und dörflich gelegene Kita zu suchen. Diese besucht er jetzt für zwei Tage in der Woche.

Um die Eingewöhnungsphase so sanft wie möglich zu gestalten, habe ich mir viel Zeit genommen und ein passendes Bilderbuch gesucht. Mit „Mein kleines Fühl-Wörterbuch: In der Kita“ aus dem Verlag arsEdition, habe ich ein wirklich passendes und schönes Bilderbuch gefunden, welches meinen Sohn nicht nur mit vielen Gegenständen und Situationen in der Kita vertraut macht, sondern auch seinen Wortschatz erweitern, seine Konzentration und seine Sprachentwicklung fördern soll. Mein Kind hat dieses Buch erst einmal an sich genommen und war eine Weile sehr vertieft. Er betrachtete und befühlte es und nach einer ganzen Weile nahm er mich dann auch wieder wahr, und begann damit, mir einige Gegenstände zu benennen. Danach betrachteten und befühlten wir es zusammen.

Montag, 19. September 2016

[Rezension] "Demon Road" von Derek Landy

Bildquelle: Loewe
Derek Landy ist Ire, hat einen schrägen Sinn für Humor und ist – vor allem - ein Riesenfan von amerikanischer Horrorkultur. Wer Beweise möchte, kann sich ein paar Interviews mit ihm durchlesen oder sich sein neues Buch „Demon Road“ zulegen. Serienkiller, Dämonen, teuflische Kinder, noch teuflischere Eltern – das Buch ist randvoll mit jeder Art von Monster und eine große Hommage an den US-Horror der 80er. Kein Zufall also, wenn Ihr im Buch Statements findet wie „Die amerikanischen Monster sind die allerbesten!“
Aber Moment … lautet die Altersempfehlung nicht „ab 14 Jahren“ (auf Englisch gar ab 13)? Ja, genau und deshalb sollte man wissen, dass Landy seinen Lesern die Eigenverantwortlichkeit zutraut, selbst zu entscheiden, wann und ob es ihnen zuviel wird. Man sollte auch wissen, dass Landy zu einer Zeit groß geworden ist, in der die FSK gerne mal nur pi mal Daumen gehandelt wurde, Kinder mitunter sehr viel früher ersten Kontakt mit dem Genre hatten und Poltergeist mancherorts als Familienfilm in den Video2000-Rekorder geworfen wurde. Glaubt mir, ich weiß, wovon ich spreche. Und es könnte sein, dass hier die Wurzeln meiner Horroraffinität liegen. Ganz sicher aber die von Landy!

Also: Kommt näher, steigt ein, schmeißt AC/DC an, fahrt mit auf den Highway to Hell. Aber, wenn es Euch zuviel wird, legt einen Stopp ein oder steigt aus! Denn in „Demon Road“ geht’s heftig zur Sache.

Samstag, 17. September 2016

[Gewinnspiel] Carlsen-Summer-Reading-Challenge

Der August hat sich mit ein paar schönen Tagen verabschiedet und mit ihm hat auch die Carlsen-Summer-Reading-Challenge ihr Ende gefunden. Drei aufregende und was mich betrifft nicht all zu lesereiche Monate, sind vergangen wie im Flug. Ich habe einige wundervolle Bücher gelesen, aber auch einige, die hochgelobt wurden und mich etwas enttäuscht haben. Der Lesemonat August war sehr mager, denn ich habe nur ein Buch für die Challenge gelesen: "Dich immer wiedersehen" von Jennifer E. Smith. Der Grund dafür war, dass ich geheiratet habe (Beweisfoto unter dem Beitrag). Deswegen musstet ihr jetzt auch ein wenig auf die Bekanntgabe der Gewinner warten. 

Dienstag, 13. September 2016

[Rezension] "Goddess of Poison - Tödliche Berührung" von Melinda Salisbury

Bildquelle: Bloomoon
Es ist lange her, dass mich ein Buch aus dem Genre Fantasy wirklich überzeugen konnte und ich bemerke, dass ich mich von gehypten Büchern lieber fernhalten sollte, denn meist sind diese für mich sehr enttäuschend, obwohl sie eine breite Masse von Lesern für sich einnehmen konnten. Dabei stelle ich gar keine großen Ansprüche an eine Geschichte und ich lasse mich sehr gerne in fremde, stimmungsvolle und magische Welten entführen. Die Ideen dafür müssen auch nicht neu sein. Jedoch sollten diese gut ausgearbeitet sein. Genau, wie der Weltentwurf und dessen Kulisse. Die Handlung sollte sich mit tiefgründigen Themen und literarischen Figuren beschäftigen, die mich packen, mich nicht mehr loslassen und sehr neugierig machen. Mich beim Lesen aufwühlen und tausend Fragen in mir heraufbeschwören.

Nach zahlreichen Fehlgriffen und abgebrochenen Geschichten befürchtete ich schon, dass ich ein für alle Mal für dieses Genre verdorben bin. Doch dann entdeckte ich eine vielversprechende Geschichte, die mir vor allem wegen dem wunderschönen Cover ins Auge stach: „Goddess of Poison –Tödliche Berührung“ von Melinda Salisbury. Nachdem ich mich an dem außergewöhnlich schönen Cover sattgesehen und ich die ersten Zeilen gelesen hatte, wusste ich, dass dieses Buch mich nicht enttäuschen würde. Und so blieb es vom ersten bis zum letzten Kapitel. Was nicht zuletzt an der faszinierenden literarischen Hauptfigur lag.

Samstag, 10. September 2016

[Rezension] "Die Schatten von London" von Maureen Johnson


Da ist er nun, liebe Lesegeister - der September! Und mit ihm kommt die Erkenntnis, dass die Tage nun allmählich wieder kürzer werden, die warmen Tage nichts gegen kühle Nächte ausrichten können und die ersten bunten Blätter an den Bäumen auftauchen. Aber keine Sorge, bevor der Herbst so richtig über uns hereinbricht und Kälte, Nässe und Nebel mit sich bringt, zeigt er sich von seiner schönsten, spätsommerlichen Seite. Und damit meine ich natürlich von seiner prä-halloweenigsten Seite! 
Ich liebe diese Jahreszeit, in der man noch draußen sitzen kann, aber abends einen Pulli überziehen muss. In der die ersten Kürbisse im Supermarkt auftauchen und der Kaffee mit etwas Pumpkinspice gewürzt werden kann. 
Sobald Kerzenschein, Wolldecken und Tee schließlich im Gegensatz zu Hitze und Freibad verlockend klingen, dann wird es Zeit, die gruseligen Bücher gegen Road-Trip-Abenteuer und Sommerliebesschmöker einzutauschen und auf Geisterjagd zu gehen! Was ich in den nächsten zwei Monaten so an Gruselstoff entdecken werde, möchte ich gerne mit euch teilen. So viel kann schon einmal gesagt werden: Es bleibt spannend!

Donnerstag, 8. September 2016

[Rezension] "Letztendlich geht es nur um dich" von David Levithan

Bildquelle: Fischer FJB
Eine Seele, die jeden Tag in einem anderen Körper aufwacht, mal in dem eines Mädchens, mal in dem eines Jungen; aber immer sind es nur 24 Stunden, die dieses Wesen im Leben eines anderen Menschen verbringen darf, bevor es wieder hinaus und in ein anderes hinein geworfen wird. Geniale Idee! Das Buch dazu heißt „Letztendlich sind wir dem Universum egal“, erschien 2014 beim Fischer Verlag und hat mir seinerzeit unheimlich gut gefallen.

Habt Ihr es gelesen? Könnt Ihr Euch erinnern? Die Geschichte endete seltsam offen, womit ich leben konnte, weil mir ohnehin die Symbolik hinter der primären Handlung wichtig erschien.
Jetzt aber gibt es mit „Letztendlich geht es nur um dich“ tatsächlich einen zweiten Band. Während es im „Universum“ noch um As Erlebnisse ging, der sich in Rhiannon verliebt und versucht, über diese völlig verrückte Situation des ständigen Körperwechsels hinweg eine Beziehung zu ihr aufzubauen, darf nun Rhiannon erzählen, wie das alles für sie ist. Ein Perspektivwechsel auf den ich mich nicht nur sehr gefreut, sondern von dem ich heimlich auch ein geschlossenes Ende erwartet hatte.

Dienstag, 6. September 2016

[Rezension] "Ghetto Bitch" von Gernot Gricksch

Bildquelle: Dressler
Beim Konzert von Hip-Hop-Queen Lisa T. ist Neles Welt noch in Ordnung: Die 17-jährige ist mit Daniel, dem begehrtesten Jungen der Schule, zusammen und wird von allen Mädchen beneidet. Ausgelassen feiert sie mit ihren Freunden zum angesagten Ghetto Chic und fährt nach dem Konzert bequem zurück in die elterliche Villa im vornehmen Hamburger Stadtteil Poppenbüttel. Nele geht mit dem Gefühl ins Bett, dass ihr Leben ziemlich „fucking perfect“ ist. Einzig Bruder Timo nervt mit seinem ungepflegtem Äußeren und seiner Begeisterung für Death Metal. Aber den kann Nele meistens gut ausblenden.                 
Dann bricht Neles heile Welt zusammen: Ihr Vater stirbt bei einem Autounfall und hinterlässt einen Berg Schulden. Begriffe wie Insolvenz, Hartz IV und Schulwechsel kommen ins Spiel. Kurz darauf muss die Familie in eine Sozialwohnung nach Steilshoop ziehen. Von der Upper Class ins Ghetto - für Nele und Timo ist das ein krasser Bruch, der zu vielen Problemen und einigen überraschenden Erkenntnissen führt.

Ghetto Bitch“ war für mich eines dieser Rauschbücher, die man richtiggehend inhaliert – nach den ersten Zeilen war ich mittendrin, plötzlich hatte ich 100 Seiten gelesen, ein paar Stunden später das ganze Buch. Und weil der Erzählstil zwar grundsolide ist, sonst aber eigentlich keine Besonderheiten aufweist, liegt der Grund dafür wohl in den Komponenten der Geschichte, die wie geschmiert zusammenlaufen, in einer ausgewogenen Mischung aus Ernst und Leichtigkeit.